Als FDP Region Visp begrüssen wir grundsätzlich die Entwicklung rund um das Projekt Sägematte. Investitionen in die Zukunft unserer Gemeinde sind wichtig. Insbesondere wenn sie Infrastruktur und Standortattraktivität stärken.
Dennoch werfen Ablauf und Einbettung dieser Abstimmung Fragen auf. Auf die Informationsveranstaltung vom 19. Mai folgt am 14. Juni bereits die Abstimmung. Für ein Projekt dieser Tragweite erscheint uns dieser Zeitrahmen sehr sportlich. Es bleibt wenig Zeit für eine vertiefte Auseinandersetzung; eine breite, fundierte Meinungsbildung innerhalb der Bevölkerung wird dadurch kompliziert. Es ist unseres Erachtens deshalb sehr wichtig, dass kritische Stimmen ihre Fragen bei den Projektverantwortlichen noch vor der Abstimmung platzieren.
Schwerer wiegt aus unserer Sicht aber ein anderer Punkt: Die zukünftige Realität unserer Gemeinde wird in dieser Abstimmung ausgeblendet. Ab dem 1. Januar 2027 werden auch die Bürgerinnen und Bürger von Baltschieder und Eggerberg Teil von Visp sein.
Dass rund 20% der künftig Stimmberechtigten bei einem so bedeutenden Entscheid nicht mitbestimmen dürfen, ist politisch kurzsichtig und demokratisch fragwürdig.
Gerade als Regionalpartei setzen wir uns für ein gemeinsames Verständnis und eine integrative Entwicklung der Grossgemeinde Visp ein. Deshalb hätten wir uns gewünscht, dass dieser Entscheid unter Einbezug aller Fusionsgemeinden getroffen wird.
Wir wollen bewusst diesen anderen Weg gehen und wichtige Projekte – wie z.B. jenes rund um das La Poste – erst dann zur Abstimmung bringen, wenn alle Betroffenen auch tatsächlich mitentscheiden können.
Die Zukunft von Visp verdient demokratische Weitsicht statt Eile.